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70001 Trinkwassernetz Löbejün und umliegende Gemeinden; Digitalisierung, Berechnung und Bewertung

70001....Trinkwassernetz Löbejün und umliegende Gemeinden; Digitalisierung, Berechnung und Bewertung
Auszug Netzplan
Auszug Netzplan
Fachgebiet:
Trinkwasserversorgung
Leistungsumfang:
HOAI §41-44 Ingenieurbauwerke
LP 2-7
Studie
Planungszeitraum:
03/2011 - 05/2011
Bauzeitraum:
-
Wertumfang:
Bauherr/Auftraggeber:
Zweckverband für Wasserversorgung "Nördlicher Saalkreis"/ Ingenieurbüro Gobell Halle
Adresse:
Kontakt/Ansprechpartner:

Der Trinkwasserzweckverband Löbejün unterhält in der Stadt Löbejün sowie den Ortsteilen Gottgau, Schlettau, Dalena, Domnitz und Dornitz ein Versorgungsnetz von 41 km Gesamtlänge. Da es im Versorgungsgebiet immer wieder zu Problemen mit Wasserdruck und Breitstellungsmenge gekommen ist, sollte im Rahmen dieses Vorhabens das gesamte Netz digitalisiert und hydraulisch nachgerechnet werden. So sollten Schwachstellen erkannt und Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit simuliert und aufgezeigt werden.

Für die hydraulischen Berechnungen des Ortsnetzes Löbejün und der Gemeinden bzw. Gemeindeteile Gottgau, Schlettau, Dalena, Domnitz und Dornitz wurden die vorhandenen Bestandsunterlagen digitalisiert. In die Berechnung einbezogen wurde die geplante neue Hauptversorgungsleitung Löbejün in der Dimension PEHD 280 x 25,4. Um die bestehende Versorgungssituation möglichst realistisch abbilden zu können, wurden die Erhebungsdaten der Wasserverbräuche zugrunde gelegt. Die Berechnungen wurden mit dem Programm GEOvision-Leitungsplanung durchgeführt. Das Programm rechnet nach dem Cross-Verfahren. Alle bekannten Leitungsdaten, wie Materialien, Nennweiten und geodätische Höhen wurden in das digitale Modell eingegeben. Nicht berücksichtigt wurden Zustand der Leitungen (Nennweitenreduzierung infolge Inkrustration o.ä.) sowie Einzelfließverluste durch Schieber o. ä. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden die Einflüsse der Hausanschlußleitungen. Es wurde nur das Hauptnetz abgebildet.

Für die Betrachtung des Gesamtnetzes wurden die berechneten Entnahmemengen einzelner "Knoten" in den einzelnen Ortsteilen zugeordnet. Mit der Berechnung werden die Fließzustände innerhalb des Netzes simuliert, die Druckverluste durch Reibungsverluste in den Rohrleitungen und die geodätischen Höhenverhältnisse errechnet. Bei vorgegebenem Einspeisedruck und definierten Entnahmemengen errechnet das Programm für alle Teilleitungen Durchflussmengen und Fließgeschwindigkeiten sowie für alle Knoten die im Betrieb herrschenden Druckverhältnisse. Wirtschaftliche Fließgeschwindigkeiten bei den im Netz vorhandenen Nennweiten (DN 80 - DN 250) liegen bei 0,8 - 0,95 m/s. Der erforderliche Netzdruck an den Entnahmeknoten für ausreichende Versorgungssicherheit liegt bei ca. 3,0 bar.

 

In Auswertung der Ergebnisse kann beurteilt werden, welche Leitungsteile nicht ausreichend dimensioniert sind, und durch unverhältnismäßige Fließgeschwindigkeiten hohe Druckverluste herrschen, und an welchen Knoten der resultierend Druck zu gering wird, um eine ausreichende Versorgung sicherstellen zu können. Die Ergebnisse der Berechnungen wurden sowohl grafisch im Lageplan dargestellt als auch in Listenform für alle Leitungsteile und Knoten ausgegeben. In einem ersten Schritt wurden 9 Untersuchungsvarianten definiert und ausgewertet. Sie wurden im Hinblick auf die Feststellung der vorhandenen Situation unter Berücksichtigung der geplanten Hauptversorgungsleitung definiert und ausgewertet. Einspeisedruck und Entnahmemenge wurden variiert, die Ergebnisse ausgewertet und dokumentiert. Auf Grundlage der Ergebnisse der ersten Berechnungsergebnisse erfolgte durch den Zweckverband eine Definition der weiterhin noch zu untersuchenden Varianten sowie der weitergehenden Zielstellung. Als Zielstellung der hydraulischen Berechnungen im Rahmen des vereinbarten Leistungsumfanges wurde die Verbesserung der Wasserversorgung für die Ortslagen Domnitz und Dornitz definiert. Dafür wurden 3 weitere zu untersuchende Varianten definiert, deren Berechnungsergebnisse zu einer Handlungsempfehlung für den TWZ ausgewertet wurden. Mit dem digitalisierten Trinkwassernetz liegt jetzt ein Werkzeug vor, auf dessen Grundlage weitere Untersuchungen und Berechnungen durchgeführt werden können und sollten. Durch eine weitere Differenzierung der Entnahmesituation in den einzelnen Teilbereichen, insbesondere in der Stadt Löbejün, kann ermittelt werden, welche Hydranten für die Entnahme von Löschwasser geeignet sind, und wo dies aufgrund mangelnden Druckes oder mangelnder Wasserkapazitäten nicht möglich ist. Gleichfalls kann untersucht werden, durch welche Veränderungen am vorhandenen Netz die Löschwasserversorgung verbessert bzw. sichergestellt werden kann. Weiterhin kann durch die Nachrechnung des Bestandes ermittelt werden, welche Leitungsdurchmesser im derzeitigen innerstädtischen Bestand als nicht ausreichend angesehen werden müssen, und es können Maßnahmepläne erstellt werden. Darüber hinaus besteht jederzeit die Möglichkeit, geplante Erneuerungsmaßnahmen vor der Realisierung in der Netzberechnung zu simulieren und so die geplanten Nennweiten und Trassen auf ihre Auswirkungen im Hinblick auf die Versorgungssicherheit zu überprüfen.

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